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Lettering Tattoos —
Schriften richtig
stechen

Handgeschriebene Schriften, persönliche Zitate, Signaturen — Lettering ist 2026 einer der gefragtesten Tattoo-Stile. Und einer der am häufigsten schlecht ausgeführten. Tom erklärt was gutes Lettering ausmacht und wie man es richtig lernt.

Warum Lettering so schwer ist

Schriften wirken simpel — in der Praxis sind sie eines der anspruchsvollsten Motive. Der Kunde und alle Betrachter können sofort erkennen ob eine Buchstabenform stimmt oder nicht. Bei einem abstrakten Motiv sieht man Fehler weniger — bei einem falsch gestochenen "a" sofort.

Dazu kommt: Schriften müssen über Jahrzehnte lesbar bleiben. Zu enge Buchstaben laufen ineinander. Zu dünne Linien verblassen. Falsche Abstände machen den Text unleserlich.

Welche Schriften funktionieren — und welche nicht

Bold Serif / Blockschrift Sehr gut geeignet

Dicke Linien, klare Formen. Bleibt auch nach 10 Jahren noch lesbar. Gut für Anfänger.

Old English / Blackletter Gut geeignet

Klassischer Tattoo-Stil. Braucht Übung für die dekorativen Elemente aber sehr beliebt und zeitlos.

Handschrift / Script Anspruchsvoll

Dünne Linien, enge Verbindungen. Verblasst schnell wenn nicht tief genug gestochen. Nur für Erfahrene.

Ultradünn / Minimalist Riskant

Sieht auf Instagram toll aus. In 5 Jahren kaum noch lesbar. Kunden informieren!

Die größten Anfängerfehler bei Schriften

  • Zu enge Abstände: Buchstaben laufen nach dem Heilen ineinander — besonders bei Script-Schriften
  • Ungleichmäßige Linienstärke: Auf- und Abstriche stimmen nicht überein
  • Kein Transferpapier / keine Schablone: Freihand Lettering ohne Vorlage ist selbst für Profis riskant
  • Schlechte Platzierung: Schriften müssen der Körperkurve folgen — flache Platzierung sieht schief aus
  • Zu kleine Schrift: Unter 8mm Buchstabenhöhe werden die meisten Schriften unleserlich
Wichtig für Kundenberatung

Wenn Kunden superdünne Handschrift-Schriften wollen: Immer auf das Verblassen hinweisen und unterschreiben lassen. Viele kommen nach 3 Jahren zurück und sind enttäuscht. Das ist dein Ruf — schütz ihn.

Wie man Lettering richtig lernt

  • Kalligraphie studieren: Das Verständnis für Buchstabenformen kommt aus der Kalligraphie. Bücher und Kurse über Hand Lettering helfen enorm.
  • Auf Kunsthaut üben: Mindestens 20–30 Stunden reine Schrift-Übung bevor echte Kunden.
  • Klare Schriften zuerst: Blockschrift und Serif zuerst — dann Script und dekorative Stile.
  • Immer mit Stencil arbeiten: Auch Profis nutzen Transferpapier für Lettering. Es gibt keinen Grund es freihändig zu tun.
  • Verschiedene Nadeln testen: 5F (Flat) für klare Linien, 5RL für fließende Bögen.
Tom's Tipp

Lettering ist ein unterschätzter Spezialisierungsbereich. Wer richtig gutes Lettering kann hat eine konstante Nachfrage — Geburtstage, Zitate, Namen. Das sind Aufträge die jede Woche kommen.

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